Erdgaspreisentwicklung im Ausblick
Das Wichtigste in Kürze
- Im ersten Quartal blieb der Gasmarkt zunächst stabil, trotz niedriger Speicherfüllstände und geopolitischer Spannungen; milde Temperaturen und ausreichende LNG-Importe verhinderten größere Preisanstiege.
- Mit Beginn des Irankriegs im März explodierten die Preise aufgrund von Angriffen auf Gasinfrastruktur, der Schließung der Straße von Hormus und der Abschaltung der größten LNG-Anlage Katars.
- Für das zweite Quartal erwartet der Markt weiterhin hohe Unsicherheit und volatile, tendenziell steigende Preise, vor allem durch anhaltende geopolitische Risiken im Nahen Osten.
Vom ruhigen Start zum geopolitischen Preisschock
Die Gaspreise bewegten sich im Januar und bis in den Februar nur leicht nach oben - obwohl die Speicherfüllstände in Deutschland und Europa sich auf einem historisch niedrigen Niveau befanden und die deutschen Gasspeicher Ende Februar nur noch zu 20 % gefüllt waren. Stabile Gasflüsse aus Norwegen, ausreichend hohe LNG-Importe und eher milde Temperaturen sorgten trotz niedriger Speicherstände und einer angespannten geopolitischen Situation dafür, dass die Preise zunächst nur moderat stiegen.
Anfang März kam dann mit dem Beginn des Irankriegs stärkere Bewegung in den Markt: Die faktische Schließung der Straße von Hormus, Angriffe auf Gasinfrastruktur in den Golfstaaten und die vorübergehende Abschaltung der größten LNG-Anlage Katars ließen die kurzfristigen Preise förmlich explodieren und schoben das Frontjahr deutlich nach oben. Mitte März erreichte es mit 48 € den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren – ein Plus von rund 77 % gegenüber dem Quartalsbeginn.
Die USA bleiben Europas wichtigste LNG-Stütze, trotz zuletzt leicht rückläufiger Liefermengen. Zudem startete die Exportanlage „Golden Pass“ in Texas den Betrieb – wichtig für die globale Angebotsseite. In Deutschland wurde das Angebot zusätzlich durch robuste norwegische Pipelineflüsse stabilisiert, welche jedoch immer wieder durch Wartungsarbeiten gedrosselt wurden.
Ausblick: Ein risikoreiches zweites Quartal
Mit einem Frontjahrespreis von 46 € geht der Markt hoch angespannt in das nächste Quartal. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten dürften weiterhin die größte Unsicherheitsquelle bleiben. In Summe deutet alles auf anhaltend bullische bis hoch volatile Gaspreise hin – und auf ein zweites Quartal, das maßgeblich von geopolitischen Risiken geprägt sein wird.
Zusammensetzung des Gaspreises
Neben den Beschaffungspreisen, die die Kosten für den Einkauf von Gas abdecken, besteht Ihr Erdgaspreis aus folgenden Bestandteilen:
Netznutzungsentgelte, Kosten für Vertrieb und Abrechnung, Steuern und Abgaben
Beispielhafte Darstellung für Haushaltskunden in Deutschland bei 20.000 kWh
- 22 % Netzentgelte und Konzessionen
- 34 % staatlich festgelegte Steuern und Abgaben
- 36 % Kosten für Beschaffung
- 8 % Kosten für Vertrieb und Abrechnung (MONTANA)
(Quelle MONTANA, Stand: Januar 2026)
Robert Duranec
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